CMI Ostafrikanische Region

Carmelites of Mary Immaculate – Mission in Kenia

P. Paul Chummar (Chittilappilly) CMI

bis Anfang August 2016: Körberstr. 16, D-60433 Frankfurt am Main

Telefon: 069 – 95 15 86 10 · Mobile: 0 163 46 96 123

pchummar@gmail.com

www.cmi-keniamission.org

Liebe Freunde und Wohltäter unserer Entwicklungs- und Missionsarbeit in Ostafrika!

Zunächst einen herzlichen Gruß aus meinem früheren Lebens- und Wirkungsort Frankfurt am Main. Irgendwie hat mich diese Stadt mit ihren Gegensätzen während meiner Studienzeit sehr geprägt, so dass ich vor 15 Jahren den Entschluss fasste, den Rest des Lebens in Afrika zu verbringen. Während meiner jetzigen Besuchszeit hier bis Anfang August werde ich auch vor allem an meine frühere bescheidene Tätigkeit der Mithilfe beim Obdachlosenfrühstück hier erinnert, vor allem in diesem „Jahr der Barmherzigkeit" und darüber hinaus. So gesehen möchte ich mit diesem Rundbrief wieder einmal versuchen, einen kurzen Bericht über die Neuigkeiten unserer Arbeit in Ostafrika zu geben.

Barmherzigkeit – Zärtlichkeit Gottes: HUDUMA Rehabilitation Centre

Eine Einrichtung für körperlich und psychisch behinderte Kinder und Jugendliche in Kibiko-Ngong: Meine Mitbrüder haben meinen Antrag für solch ein Zeichen der Barmherzigkeit in diesem Heiligen Jahr für eine Einrichtung auf dem Gelände von HUDUMA genehmigt mit der Bemerkung: „… mit der Zeit … wirst Du einer von ihnen …!". Das aber nehme ich gerne in Kauf. Selbst der neue Bischof von Ngong bestätigt, dass die Eltern der Kinder und Jugendlichen aus ihrer Naturreligionsüberzeugung heraus glauben, dass sie keine vollwertigen Menschen seien. Daher verstecken sie ihre Behinderten und verhindern so die Entfaltung ihres Lebens. Es gibt im ganzen Land kaum eine gute Einrichtung für solche behinderten Kinder und Jugendlichen. Der Bischof von Ngong hat in der Diözesanversammlung ganz begeistert über dieses Projekt berichtet. Für den Bau habe ich mit einem dynamischen kenianischen Architekten und auch einer soliden Baufirma Kontakt aufgenommen und die ersten Entwürfe der Baupläne sind auf dem Papier (s. Homepage: www.cmi-kenia-mission.org). Was für ein Glücksfall war das, als ich in den letzten Wochen einen Einblick in solch eine Einrichtung in Norddeutschland, im Vitus-Werk in Meppen (Emsland), gewinnen konnte. Auf meine Bitte hin wird die langjährige Leiterin der Einrichtung für die Verbesserung der Baupläne im Monat Oktober 2016 für einen Monat nach Kenia kommen. Das ist in der Tat ein Geschenk des Himmels, dass eine so erfahrene Person mir mit Rat zur Seite stehen wird.

Bildung: Fundament für nachhaltige Entwicklung und Anker gegen Flucht

Es ist eine nackte Wahrheit, daß mehr und mehr Menschen aus Afrika ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen und in Europa leben wollen, weil sie nicht nur für sich selbst ein besseres Leben, sondern auch für ihre Kinder und Kindeskinder suchen. Wenn wir den Flüchtlingsstrom und den Terrordrang der Ungebildeten eindämmen wollen, dann gibt es nach meiner Überzeugung nur den Weg: Bildung und Ausbildung. Bildung ist nicht nur der Weg zu einem besseren Leben, sondern auch der Weg für ein menschlicheres Leben, eben nach dem Beispiel Jesu. Die Bildung ist das Fundament einer dauerhaften Lösung. Daher begannen wir – von Anfang an (1981) –, uns für das Bildungsapostolat einzusetzen und bei allen unseren Pfarrgemeinden Schulen einzurichten. Bis jetzt haben wir insgesamt allein in Kenia 12 Schulen: 8 Grund- und Hauptschulen; 3 Sekundarschulen und eine Behindertenschule neu gebaut.

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie – und grün des Lebens goldner Baum" (Goethe)

Nach meiner Rekonvaleszenz-Zeit und Rückkehr nach Kenia übe ich meine Lehrtätigkeit nicht mehr wie früher zu 120%, sondern nur noch zu 50% aus und habe sie auf nur noch zwei Tage pro Woche reduziert. Der Rest der Zeit ist für „grün des Lebens goldner Baum", für Sozial- und Pastoralarbeiten! So gehe ich jeden Samstagnachmittag zu einer „Kleinen Christlichen Gemeinschaft" (Small Christian Community) und bleibe dort bis zum Abend. Jede Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von ca. 15–20–25 Familien. In der Pfarrgemeinde, wo ich tätig bin, gibt es derzeit 15 solche Gemeinschaften.

Wachstum – gerade in Afrika

Die Zahl meiner Mitbrüder sowie unserer Studenten und der Kandidaten ist seit den letzten zwei Jahren angestiegen: Derzeit sind wir insgesamt 53 Mitglieder der Gemeinschaft in Kenia-Tansania, tätig in 8 Bistümern (7 in Kenia, 1 in Tansania), darunter 27 Studenten, die in unterschiedlichen Phasen ihre Ausbildung und Studiengänge absolvieren.

Viele Tropfen – geben doch genügend Wasser

Man muss nur mit den empfangenen Tröpfchen ganz vorsichtig, genügsam und vor allem dankbar umgehen. Dieser Spruch meiner Mutter hat mich seit meiner Kindheit in meinem Leben immer gut begleitet und gestärkt. Durch Ihre/Eure/Deine Hilfen, und sei es auch noch so wenig, konnten wir einiges in den letzten 15 Jahren für die Entwicklung der Menschen in Afrika aufbauen und aufrecht erhalten, ihnen einfach helfen, auch den kommenden Generationen. Dafür sei mein herzlicher Dank gesagt, zunächst an Gott selbst, aber auch allen, die mir auf irgendeine Art immer wieder behilflich sind. All meine und unsere Dankbarkeit schließe ich, schließen wir jeden Tag ins gemeinsame Abendgebet ein.

Mit herzlichem Gruß – Ihr/Euer/Dein Pater Paul

Empfehlungsschreiben des Bischofs von Ngong (Übersetzung)

26. April 2016

An alle, die es angeht

Das Bistum Ngong, flächenmäßig eines der größten Bistümer Kenias in Ostafrika, hat eine Multi-Kultur-Bevölkerung, hauptsächlich bestehend aus den Nomaden Maasai. Die meisten sind Vieh- und Landwirte und haben kaum eine Schulbildung oder überhaupt keine. Wie verschiedene Studien belegen, ist die Bildung der Hauptschlüssel für die Entwicklung der Völker und dies ist buchstäblich zu verstehen in unserem Bistum Ngong.

Die Mitglieder der Ordensgemeinschaft der Carmelites of Mary Immaculate [CMI] arbeiten seit über 35 Jahren in 7 Bistümern in Kenia und haben im Jahre 2014 eine Grund- und Hauptschule – Chavara Primary Boarding und Day School – als Internats- und Tagesschule in Kibiko, im Bistum Ngong für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen der Gegend begonnen. Angesichts der Tatsache einer relativ großen Zahl von körperlich und geistig behinderten Kindern und Jugendlichen in der Gegend und auch in unserem Bistum hat die Ordensgemeinschaft der CMI Herrn Pater Paul Chummar C. CMI gebeten, sein Bestes für das Projekt der Gründung einer Spezialeinrichtung für die behinderten Kinder und Jugendlichen auf dem Gelände des HUDUMA (= Fürsorge) zu geben. Das Gelände von 10 Hektar wurde durch harte und beharrliche Arbeit (2002–2009) von Pater Paul erworben. Das Bistum Ngong ist wirklich sehr an der Verwirklichung eines Projektes für die benachteiligten und notleidenden Kinder und Jugendlichen interessiert, damit sie Anerkennung erhalten und ein menschenwürdiges Leben führen können.

Ich empfehle deshalb Pater Paul Chummar CMI Ihrer großzügigen Unterstützung und wünsche ihm Gottes reichen Segen bei seinem Vorhaben.

Von Herzen danke ich Ihnen für Ihre Hilfe und Unterstützung für die Entwicklung der Bedürftigen und Armen im Bistum Ngong und auch in unserem Land Kenia.

Hochachtungsvoll,
Rev. John Oballa Owaa,
Bischof von Ngong

Zur Unterstützung des HUDUMA-Projekts

CMI Unterstützung für Ostafrika e. V. • Volksbank Schwarzwald Baar Hegau • IBAN: DE59 6949 0000 0029 8367 01 • BIC: GENODE61VS1

(bitte mit voller Anschrift für die Spendenbescheinigung)