P. Paul Chummar C. CMI
(bei Unzustellbarkeit): Körberstr. 16
D-60433 Frankfurt am Main
Zunächst einen herzlichen Gruß aus Deutschland! Ich habe seit letztem Sommer nichts von mir hören lassen, außer durch wenige E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten an manche, von denen ich die Kontaktdaten habe. Für dieses lange Schweigen möchte ich mich entschuldigen. Trotz der vielfältigen Aufgaben in Kenia, die ich zu bewältigen habe ist mir bewusst, dass ich Ihnen/Euch/Dir von Zeit zu Zeit auch Rechenschaft über den Stand des Huduma-Projekts geben muss.
Einige Meilensteine des letzten Jahres
Seit meiner Rückkehr im letzten Jahr bis zur Eröffnung der Gesundheitseinrichtung am 15. April 2024 und auch danach war ich mit unzähligen Aufgaben gefordert. Obwohl der Brief des Bischofs von Ngong schon einiges berichtet, möchte ich die wichtigsten Fortschritte des letzten Jahres kurz erwähnen:
• Vorbereitung und Herrichten der Tagesklinik für die Behördeninspektionen auf verschiedenen Ebenen (sie haben es uns nicht leicht gemacht, sondern immer wieder neue und schwierigere Bedingungen gestellt!);
• notwendige Reparaturen am Gebäude für die Unterbringung der Ordensschwestern;
• Installation einer Wasserbearbeitungs- und Reinigungsanlage (wegen des Eisengehalts) für das Trinkwasser, auch für die Einwohner der Umgebung;
• Ersatz der kompletten Stromversorgung in der gesamten Einrichtung durch die Solar-Stromanlage;
• Fertigstellung der Maurer- und Putzarbeiten sowie der Überdachung der Sonderschule, Schlafräume, Waschräume, Küche, Vorratsraum, Personalräume und Wäscherei (es fehlen noch die Fenster, Türen, Elektroleitungen und Sanitäranlagen, Küchen- und Wäschereieinrichtungen sowie Betten und Möbel).
Warum dauert alles so lange …?
Der wichtigste Grund für die Verzögerung der Bauarbeiten oder des Gesamtprojektes sind die Kosten. Vor über einem Jahr musste ich noch die hiesige Baufirma entlassen, denn sie stellte immer weitere finanzielle Forderungen und auch die Qualität der Arbeit ließ nach und manches ist auch noch verpufft. Daher habe ich selbst die Bauleitung und die Beschaffung des Baumaterials übernommen. Das alles aus der Stadt durch den Verkehrsstau nach Kibiko zu bringen, war immer wieder eine große Herausforderung. Gott sei Dank hatte ich einigermaßen gute Bauarbeiter, sodass jetzt die meisten Arbeiten fertiggestellt sind.
„Wer sucht, … der findet"
Seit Jahren habe ich eine geeignete Ordensschwesterngemeinschaft gesucht, die in der Einrichtung fachlich, medizinisch und therapeutisch mitarbeiten kann. Beim 10. Versuch ist es mir gelungen oder wie der Bischof formulierte: „Das Kommen der Ordensschwestern in das Huduma-Projekt ist nicht Zufall, sondern eine Fügung Gottes". Am 13. März 2024 zogen die „Anbetungsschwestern" (Sisters of the Adoration of the Blessed Sacrament: SABS) in die Einrichtung ein: eine indische Ordenskrankenschwester hat die Qualifikation „B. Sc Krankenpflege" [Bachelor of Nursing] und über 25 Jahre Erfahrung in Ostafrika in der medizinischen Betreuung. Eine andere kenianische Schwester [Bachelor in Human Resource and Management] übernimmt die Organisation der Mobilklinik, das „Mutter-Kind-Gesundheitsprogramm", die Buchhaltung und die allgemeine Verwaltung. Eine weitere Ordensschwester, die für die Behinderteneinrichtung fachlich zuständig sein wird, ist laut der Ordensleitung bereits im Land, um Erfahrung in einer anderen Einrichtung zu sammeln.
Einsätze deutscher/europäischer Ärztinnen und Ärzte
Es ist ein unschätzbares Geschenk, dass deutsche bzw. europäische Ärzte und medizinische Fachkräfte von Zeit zu Zeit zu uns kommen und ihren Dienst zusammen mit den hiesigen Fachkräften unentgeltlich leisten. Denn die Armen in Afrika können sich solche qualifizierten medizinischen Behandlungen nicht leisten. Außerdem geben wir die notwendigen Medikamente zum Einkaufspreis und die Laboruntersuchungen zu den Selbstkosten weiter.
Kraftwerk Gottes: Naturstrom
Es ist ganz normal in Kenia, dass die staatliche Stromversorgung – manchmal tagelang – ausfällt. Unter diesen Bedingungen kann man keine Tagesklinik betreiben. Daher mussten wir vollständig auf Sonnenenergie durch eine Solaranlage umstellen, obwohl die Kosten dafür nicht vorgesehen waren (Kosten: über 25.000 €). Nun hoffen wir sehr auf eine störungsfreie Stromversorgung in der Tagesklinik und der Behinderteneinrichtung sowie für das Pumpen von Wasser aus dem Tiefbrunnen (über 220 Meter tief).
Das Wasser: ein Grundrecht
Da die Menschen in der Umgebung unserer Einrichtung keine eigenen Wasserquellen oder Tiefbrunnen haben, verteilen wir seit über einem Jahr kostenlos Wasser und seit Neuestem auch Trinkwasser. Dafür mussten wir eine neue Wasseraufbereitungsanlage installieren, obwohl dies für uns zusätzliche dauerhafte Kosten bedeutet.
Finanzierung, Finanzprüfung und Rechenschaft
Wir nähern uns nun der Fertigstellung der ersten Phase des HUDUMA-Projekts – Gesundheitseinrichtung und Behinderteneinrichtung. Daher ist es für mich sehr wichtig zu erwähnen, dass das gesamte Projekt zu über 85 % durch Deine/Eure/Ihre Spenden finanziert wurde und der Rest durch unsere Gemeinschaft. Diese selbstlose Unterstützung kommt nicht nur durch Spenden, sondern auch durch viele Zeichen der Wertschätzung meiner bescheidenen Arbeit in Afrika, seit vielen Jahren. Einige haben verschiedene Wege gefunden, um zu spenden: persönliche Spenden zu verschiedenen Anlässen wie „anstatt Geschenk zum Geburtstag/Jubiläum", „anstelle von Kränzen", „Kerzen- oder Waffelverkauf", „Adventsbasar", „Kollekten" usw. In einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten, notwendiger Anschaffungen oder verpflichtender Ausgaben verzichten viele und spenden das hart verdiente Geld für das Projekt der benachteiligten Menschen in Afrika. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar und danke Ihnen sehr herzlich, vor allem aber auch unserem Herrgott.
Rechenschaft
Gemäß den Bestimmungen unserer Gemeinschaft haben wir vier unterschiedliche Finanzprüfungen durch Fachleute durchführen lassen: auf regionaler Ebene, auf Provinzebene, auf Ordensebene und auf staatlicher Ebene. Es war für mich eine absolute Notwendigkeit, die gesamte Buchhaltung seit Beginn des Projekts von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer überprüfen und zertifizieren zu lassen, um dann alle Unterlagen bei den staatlichen Behörden einzureichen. Dies ist geschehen. Nun hat die Finanzbehörde die Richtigkeit der gesamten Buchführung bestätigt und entsprechend zertifiziert. Der Bericht und die Zertifizierung des Finanzamtes stehen auf der Homepage: (www.cmi-keniamission.org)
Autohaus Tiefert: Waldshut-Lauchringen-Jestetten
Ich kann der Familie Tiefert (Opel, Toyota, Fiat) nicht genug danken für die jährliche Bereitstellung eines Autos für meine Fahrten – dieses Mal ein Hybrid-Auto. Ohne ein Auto wären meine unzähligen Fahrten sehr begrenzt. So danke ich der Familie Tiefert auf diesem Weg für ihre Großzügigkeit aus tiefstem Herzen.
„… und … wie geht's …?"
Viele fragen, wie es mir geht. Gott sei Dank kann ich im Durchschnitt 13–15 Stunden am Tag ohne größere gesundheitliche Einschränkungen arbeiten. Darüber hinaus gebe ich weiterhin einen dreistündigen Kurs pro Woche an der theologischen Fakultät und führe meine pastoralen Tätigkeiten aus, bei denen ich große Freude und Zufriedenheit empfinde. Da wir noch effizienter die Aufgaben in unserem Projekt erfüllen möchten, habe ich unseren Oberen um einen weiteren Mitbruder gebeten. Abschließend möchte ich alle in tiefer Dankbarkeit im Gebet einschließen und um Ihr/Euer/Dein Gebet für unser Team und mich bitten.
Herzliche Grüße,
Pater Paul
Zur Unterstützung des HUDUMA-Projekts
CMI Unterstützung für Ostafrika e. V. • Volksbank eG • IBAN: DE37 6649 0000 0029 8367 01 • BIC: GENODE61OG1
Tagesklinik und Behindertenprojekt